Master Bauingenieurwesen (Studienschwerpunkte: "Bauen im Bestand" und "Digitales Bauen")

Im deutschen und internationalen Baugeschehen verlagerte sich der Schwerpunkt der Bautätigkeit vom Neubau zur Erhaltung, Instandsetzung und Ertüchtigung bestehender Bauwerke und Infrastruktur. Der Bedarf an Fachleuten mit dieser Kompetenz ist derzeit und zukünftig hoch, weshalb die OTH Regensburg bereits seit dem Sommersemester 2008 den konsekutiven bzw. aufbauenden Masterstudiengang Bauingenieurwesen „Bauen im Bestand” erfolgreich anbietet. Seit dem Sommersemester 2018 wird auch der Studienschwerpunkt Bauingenieurwesen „Digitales Bauen“ angeboten. Damit wird ein weiterer Schwerpunkt des modernen Bauwesens im Zuge des Masterstudiums an der Ostbayerischen Technischen Hochschule abgedeckt.

Der Studiengang spricht Bauingenieure, die gerade ihren Bachelor gemacht haben und auch Fachingenieure mit vergleichbarem Abschluss, die bereits auf diesem Sektor arbeiten und mit diesem zusätzlichen Fachstudium ihr Wissen erweitern und vertiefen möchten, an. Wer sein berufliches Standbein als Master of Engineering festigen, gegenüber Bauherrn und Bauunternehmen ein kompetenter Gesprächspartner sein will oder seine berufliche Perspektive im gutachterlichen oder prüfenden Bereich sieht, ist hier richtig.

Darüber hinaus vermittelt der Master-Studiengang Methoden des Projektmanagements, Ver­handlungs- und Präsentationstechniken und fördert so im heutigen Berufsleben unabdingbare Kenntnisse im Umgang mit „Soft-Skills”. Auch die fremdsprachliche Ausbildung wird angeboten und geför­dert.

Informationen zum Studiengang

Studienbeginn:Wintersemester, Sommersemester
Studiendauer:

3 Semester Vollzeitstudium, 90 ECTS-Credits

Studienverlauf:Studienablauf und Studienverlaufsplan
Schwerpunkte:

"Bauen im Bestand"

"Digitales Bauen"

Abschlussgrad: Master of Engineering (M. Eng.)
Akkreditierung: Akkreditierungsurkunde  ASIIN  Akkreditierungsrat

Deutschland verfügt über eine hochwertige Gebäudesubstanz und eine ausgeprägte Infrastruktur, die es zu erhalten gilt. Wir haben Gebäude mit hohem historischem und kulturellem Wert. Dies führt zu lebenswerten Städten und trägt zu einem regen Tourismus bei. Als Land im Mittelpunkt von Europa benötigen wir und unsere Nachbarn eine sehr gut funktionierende Infrastruktur in Straßen, Bahn und Wasserwegen.

Dies alles gilt es zu erhalten, zu ertüchtigen und ökologisch zu verbessern. Bestehende Bauwerke entsprechen heute oft nicht mehr dem aktuellen Normenwerk. Es wurden Materialien verwendet, welche heute nicht mehr üblich sind. Wer "im Bestand" plant und baut wird also kreativ und mit viel Entscheidungsbereitschaft an Problemlösungen herangehen müssen. Interesse an der technischen, kulturellen und historischen Substanz, an Baustoffen und Materialien und der oft besonderen ungewöhnlichen Konstruktionen ist Voraussetzung.

Unser Masterstudiengang richtet sich an alle Ingenieure und Architekten, welche vor diesen Aufgaben nicht "Angst" haben, sondern sich von diesen besonderen Voraussetzungen besonders angesprochen fühlen. Es eröffnet sich ein spannendes Betätigungsfeld mit anspruchsvollen Aufgaben.

Unser Anspruch:

  • "Bauen im Bestand" ist ein sehr umfangreiches und komplexes Aufgabenfeld. Es unterscheidet sich in wesentlichen Charakteristiken vom Neubau.
  • Bauen unter gleichzeitigem Aufrechterhalten des Betriebes erfordert flexible und wirtschaftliche Methoden der Bauabwicklung und fundierte Kenntnisse im Baurecht und der Projektabwicklung.
  • Knifflige bauliche Konstellationen im Um- und Rückbau stellen die Beteiligten vor schwierige Aufgaben. In der Tragwerksplanung, der Bauphysik, der Baustoffkunde und der Behebung von Bauschäden werden besondere Fachkenntnis erwartet. Die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur oder der Ver- und Entsorgung verlangt Wissen über neue Bauverfahren und Techniken.
  • Dies alles lässt sich nicht mehr durch ein Grundlagenwissen oder durch "fertige Lösungen" abdecken. Die Ausbildung erfolgt mit methodischem und analytischem Ansatz, spezielle Fachkenntnis in Vor-Ort- Aufnahmen, Messungen, selbst erstellten Diagnosen und Begutachtungen.
  • Die Absolventen erhalten eine methodische und analytische Kompetenz, die sie befähigt, Aufgabenstellungen in ihren Anwendungsfeldern zu formulieren, Lösungsansätze kritisch zu hinterfragen, abzuwägen und erfolgreich durchzuführen.

Die Chancen und Möglichkeiten der digitalen Bauplanung und Bauausführung der Zukunft sind nicht von der Hand zu weisen. Architekten, Ingenieure, Bauherren, Bauunternehmer und Handwerker arbeiten Hand in Hand an und über ein gemeinsames sowie prozessintegriertes 3D-Bauwerksinformationsmodell. Hierzu bildet die Methode des Building Information Modelling (kurz BIM) eine der zukunftsweisenden Säulen zur effizienten Steigerung der Produktivität in der Baubranche. BIM bildet aber nicht nur die Basis zur Digitalisierung des Bausektors, sondern stellt auch die Weiche zur Industrialisierung des Baugewerbes hin zu Bauen 4.0 dar. Diese Vision des zukünftigen Bauens ist und soll von der neuen Generation der Bauingenieurinnen/e und Architektinnen/en mitgestaltet und letztendlich in die Praxis adaptiert werden.

Allerdings sind zur Umsetzung dieser modernen Arbeitsweise exzellent ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure notwendig, sodass sich die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg dazu entschieden hat den neuen Studienschwerpunkt Bauingenieurwesen „Digitales Bauen“ in das Mastercurriculum der Fakultät Bauingenieurwesen aufzunehmen. Hierdurch sollen zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure mit Fähigkeiten ausgestattet werden, mithilfe deren sie eine gezielte Koordinierung, Vernetzung und Digitalisierung der am Bauprojekt beteiligten Prozesse realisieren können. Grundvoraussetzungen hierzu bilden unter anderem vertiefte Kenntnisse bei der Anwendung von digitalen Werkzeugen, Grundkenntnisse über eine Vielzahl an der Planung, Ausführung und Betrieb beteiligten Prozesse sowie besondere Fähigkeiten die eine partnerschaftliche Kommunikation zwischen den verschiedenen projektbeteiligten Personen und Organisationen ermöglicht.

Studienziel Studienschwerpunkt “Bauen im Bestand“:
Ziel des Masterstudiengangs Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt „Bauen im Bestand” ist es, die Befähigung zu selbstständiger und verantwortlicher Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden auf dem Gebiet der Bauerhaltung, Instandsetzung und Ertüchtigung zu vermitteln. Auf der Basis eines vertieften Bauingenieur-Grundlagenwissens soll ein, an aktuellen Forschungsaufgaben orientiertes, vertieftes Fachwissen zu technischen, baubetrieblichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Kenntnissen angeboten werden.
Dieser Wissensvorsprung und die weitere Möglichkeit, sich Soft Skills anzueignen, macht die Absolventen zu kompetenten Ansprechpartnern der Industrie. Die Ausbildung ermöglicht die Übernahme von Führungspositionen bei komplexen Aufgabenstellungen.

Tätigkeitsfelder und Chancen durch Ausbildung "Bauen im Bestand":

  • Einstieg in eine höherwertige berufliche Tätigkeit
  • Schaffen eines neuen Standbeins in zukunftsträchtigen Aufgabengebieten
  • Erwerb einer vertieften Fachkompetenz
  • Vorbereitung auf Führungspositionen
  • Im öffentlichen Dienst: Zugang zum höheren Dienst
  • Promotionsmöglichkeit

Im deutschen und internationalen Baugeschehen wird sich in Zukunft der Schwerpunkt der Bautätigkeit vom Neubau zur Bestandserhaltung, Instandsetzung und Ertüchtigung bestehender Bauwerke verlagern. Bei der Modernisierung unserer Ver- und Entsorgungssysteme und mit dem Umbau unserer Energie-Infrastruktur wachsen neue Aufgaben und Herausforderungen - gerade auch für Bauingenieure. Der Investitionsstau in diesen Gebieten ist derzeit enorm hoch. Damit steigt ständig der Bedarf an Fachleuten, die sich als Studenten auf diese vielfältige und interessante Aufgabe profund vorbereitet haben. Absolventen werden

  • in Spezialfirmen für Bauinstandsetzung oder in Fachabteilungen großer Baufirmen,
  • in der Zementindustrie, bei Trockenmörtelherstellern und Bauchemie,
  • in Ingenieurbüros
  • bei allen größeren Bauherren (Zugang zur höheren Laufbahn im Öffentlichen Dienst) und
  • als Sachverständige

arbeiten oder sich in einen Doktoratsstudium nochmals weiterbilden (Berechtigung zur Promotion. Die Zulassungsvoraussetzungen zur Promotion werden in der Promotionsordnung der betreuenden Universität definiert. An manchen Universitäten muss man als M.Eng. eine bestimmte Anzahl von Credits nachliefern, um zum Promotionsverfahren zugelassen werden zu können.)

Durch die Akkreditierung des Studiengangs erhalten die Absolventen die Berechtigung für den Zugang zum Höheren Dienst. Damit steigen Sie im öffentlichen Dienst sofort in höheren Gehaltsstufen als mit einem B.Eng-, bzw. Dipl.-Ing. (FH) –Abschluss ein. Des Weiteren haben Sie mittel- und langfristig bessere Aufstiegschancen. Damit ist der Master-Abschluss eine Investition, die sich auch finanziell rechnen wird.

Studienziel Studienschwerpunkt "Digitales Bauen":

Absolventen des Studienschwerpunkts „Digitales Bauen“ sollen über die ausgewogene Kombination von theoretischen und praktischen Inhalten mit den Fähigkeiten ausgestattet sein:

  • die Einsatzfähigkeit moderner Softwarelösungen abschätzen zu können
  • selbstständig Strukturen und Prozesse zu analysieren, entwickeln und umzusetzen
  • Software-Infrastrukturen zu verstehen, anzuwenden und/oder zu entwickeln
  • workfloworientierte Arbeitsweisen zu kennen und umzusetzen

Tätigkeitsfelder und Chancen durch Ausbildung "Digitales Bauen":

Neben den üblichen Vorzügen eines weiterführenden, vertiefenden Studiengangs sind zusätzliche Chancen und Möglichkeiten für die künftige Berufstätigkeit hervorzuheben:

  • Befähigung zur Mitgestaltung und Umsetzung der Konzepte des „Planen/Bauen 4.0“
  • Spannende Aufgaben im Bereich modelbasierter und vernetzter Arbeitsweisen
  • Mitwirkung an der Weiterentwicklung vorhandener Organisationskonzepte
  • Koordination komplexer Bauprojekte und Strukturierung aller Informationsprozesse

Gut ausgestattete Labore und Rechnerarbeitsplätze:
Den Masterstudierenden stehen die Labore der Fakultät zur Verfügung, welche sie auch für die Arbeiten am Interdisziplinären Projekt und an der Master-Thesis nutzen können. Darüber hinaus sind CIP-Pools mit insgesamt 120 Rechnerplätzen, Plotter und Drucker zu großzügigen Öffnungszeiten vorhanden. Zusätzlich ist die Inbetriebnahme eines BIM-Labors geplant. Hier sollen über entsprechende Ausstattung zusätzliche praxisnahe Fachkompetenzen vermittelt werden.

Die Labore wurden speziell für den Masterstudiengang mit neuen Geräten und Software ausgestattet. Beispielsweise ist in der Ausbildung Vermessungskunde das Integrated Surveying (reflektorlose Tachymetrie und Robotic-Tachymetrie sowie Satellitengestützte Vermessung GNSS) Standard. Im Master wird das terrestrische Laserscanning eingeführt.
Neben den Bauingenieur Standard Softwarepaketen wird laufend fachspezifische Software angeschafft.

Die Bibliothek bietet lange Öffnungszeiten

Neben der jährlichen „Großen Bauingenieurexkursion“ werden im Masterstudiengang laufend Exkursionen zu Bauvorhaben und Baustoffherstellern angeboten.

Persönliche Studienbetreuung, angenehmes Studierklima:
Unsere engagierten Dozenten nehmen sich für die Studierenden Zeit und dank kleiner Studiengruppen können wir auf individuelle Bedürfnisse rasch reagieren. Fachschaft und Fakultät arbeiten bei uns eng zusammen und gemeinsam versuchen wir die Studierenden zu fördern und unsere Ausbildung auf hohem Niveau zu halten.

Unsere Masterstudiengänge werden seit 2016 in neuen Gebäuden am gemeinsamen Campus von OTH und Universität an der Galgenbergstraße 30 gelehrt. Der Campus ist in wenigen Minuten vom Bahnhof und der Autobahn erreichbar. In wenigen Gehminuten ist man auch in der attraktiven Altstadt von Regensburg.

Module und Fächerbeschreibungen

Rechtliche Grundlagen

Studienplan für den Masterstudiengang "Bauen im Bestand" (alte SPO), gültig für Studienanfängerinnen und Studienanfänger ab Sommersemester 2012 bis einschließlich Wintersemester 2017/18

Studienplan für den Masterstudiengang Bauingenieurwesen mit den Studienschwerpunkten „Bauen im Bestand“ und „Digitales Bauen“ (neue SPO), gültig für Studienanfängerinnen und Studienanfänger ab dem Sommersemester 2018